22. Mär. 2017
Der Artikel in der AHGZ

Artikel der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung


„Es wäre unendlich schade, dieses wunderschöne Gebäude nicht zu erhalten“, schwärmt Klaus Kümmerle, Sprecher des Vereins Bürgerpost in Laupheim. Die Rede ist vom Hotel Post, beste Lage in der Laupheimer Innenstadt und einst das erste Haus am Platz. Mittlerweile teilt es das Schicksal vieler Gebäude: Leerstand und dem Verfall ausgesetzt. Zur Rettung haben jetzt Laupheimer Bürger einen Verein gegründet. Beruflich bringen sie unterschiedlichste Erfahrungen mit. Was sie eint, ist der Wille, das Gebäude zu retten und als Hotel wieder zu beleben. Die unschöne Alternative wäre, das Gründerzeit-Gebäude von einem Investor abreißen zu lassen.

18 Zimmer, 80 Restaurantplätze, 40 im Nebenzimmer, ein großer Saal für Veranstaltungen und ein ausladender Biergarten unter Kastanien: Das ist die Planungsgröße des angedachten Unternehmens. Mit einem erfahrenen Gastronomen aus Laupheim ist der Verein in Verhandlung. Der soll das Objekt nach der Renovierung pachten. Mit einem gutbürgerlichen Küchenkonzept nach dem Vorbild einer Brauereiwirtschaft wäre eine gastronomische Lücke geschlossen: In der Stadt gibt es gehobene und einfache Restaurants, so Klaus Kümmerle, das Mittelfeld fehle. Noch dringender scheint der Bedarf an Hotelbetten: Auf 21.000 Einwohner und 12.000 Arbeitsplätze in der international agierenden Industrie kommen gerade mal zwei kleinere Beherbergungsbetriebe. „Einen Markt für Hotelbetten gibt es nicht in Laupheim“, sagt Klaus Kümmerle. Geschäftsreisende werden in Ulm untergebracht.

Eröffnung des Projektes könnte im Jahr 2019/2020 sein. Als nächster Schritt ist geplant, eine Genossenschaft zu gründen, die die Immobilie von der Stadt Laupheim, die aktuell Eigentümerin ist, in Erbpacht kauft. Damit soll der gemeinnützige Aspekt des Projektes betont werden: Viele Bürger können sich finanziell beteiligen, viele werden vom wiederbelebten Gastronomiebetrieb profitieren. Nach der Genossenschaftsgründung könnte die Renovierung in Zusammenarbeit mit einem Architekten starten. Als Investition stehen drei Millionen Euro im Raum. Zum Teil soll diese Summe aus Genossenschaftsmitteln finanziert werden, zum Teil aus Zuschüssen von Stadt und Land.

Eine Lobby scheint vorhanden: „Sämtliche Fraktionen und der Bürgermeister stehen hinter dem Projekt“, betont Klaus Kümmerle. Auf der eigens fürs Hotel Post eingerichteten Homepage kann jeder nachlesen, was lokale Politiker dazu zu sagen haben. „Es wird von allen Seiten sehr begrüßt“, fasst Kümmerle zusammen.